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T-SHIRT SPRÜCHE
Er hat hellbraune Haare, blaue Augen, eine schmale Nase und einen 5-Tage-Bart. Er ist von schmaler Statur, nicht aber schmächtig. Der Fremde sitzt alleine an dem grossen zu 2/3 gefüllten Tisch.
Auf seinem T-Shirt steht: "Hyped today, gone tomorrow"
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WE ARE ALL LOST
Der sympathische Herr gegenüber, der sich von seinem iPad in Sache Jesus Christus in Zusammenhang mit Weihnachten etwas Nachhilfe holt, steht auf und verabschiedet sich nicht unerwartet höflich.
Da fällt der der junge Mann mit dem Türkenkoffer auf den Boden. Er versucht mühsam aufzustehen. Doch der Alkohol hält ihn am Boden.
Der Osteuropäer stösst dazu. Schmunzelt. Dann lacht er ihn aus. Ruft seinem Freund zu und zeigt lachend auf den Mann am Boden.
Der Osteuropäer stösst dazu. Schmunzelt. Dann lacht er ihn aus. Ruft seinem Freund zu und zeigt lachend auf den Mann am Boden.
Die Frau mit der SBB Uniform und Rollkoffer steht neben den Knieenden und bestellt etwas. Wirft ihm einen Blick zu.Schaut schnell wieder weg, um sich nicht verantwortlich fühlen zu müssen. Der Mann kippt auf niedliche Weise rückwärts auf den Po. Hat was von einem Pandababy, denke ich.
Die vielen Menschen um ihn herum sind wenig beeindruckt.
Die vielen Menschen um ihn herum sind wenig beeindruckt.
Ich verstehs nicht.
Leg meinen Teufelsfrass weg, steh auf und helfe dem Mann auf die Beine.
Ich platziere ihn mir gegenüber. Er lächelt und sagt mit beinahe unverständlichen Worten "mercercimercimercimerci".
Kein Ding Alter, willst du meine Pommes?
Er verneint. Oder hats nicht verstanden. Where are you from? Ahso. Mein neuer Freund ist aus Srilanka.
Er zeigt auf meinen Burger. Ich streck ihn ihm hin. Ist sowieso ungesund.
Er verneint nochmal, zeigt auf mich, dann zur Kasse und zu seinem Geldbeutel. Nachdem ich ihm mit Händen und Füssen erklärt hab dass ich satt bin, zeigt er auf meinen IceTea. Gleiches Spiel.
Er ist verzweifelt. Zeigt auf mich, und hebt den Daumen. Dann schlägt er sich leicht auf die Brust. Oh-o, hat er schmerzen? Er schaut mich ernst aber mit einem sanften Blick an. Zeigt nochmals auf seine Brust, dann auf mich. "Da, du, gut. Mercimercimerci"
Ich platziere ihn mir gegenüber. Er lächelt und sagt mit beinahe unverständlichen Worten "mercercimercimercimerci".
Kein Ding Alter, willst du meine Pommes?
Er verneint. Oder hats nicht verstanden. Where are you from? Ahso. Mein neuer Freund ist aus Srilanka.
Er zeigt auf meinen Burger. Ich streck ihn ihm hin. Ist sowieso ungesund.
Er verneint nochmal, zeigt auf mich, dann zur Kasse und zu seinem Geldbeutel. Nachdem ich ihm mit Händen und Füssen erklärt hab dass ich satt bin, zeigt er auf meinen IceTea. Gleiches Spiel.
Er ist verzweifelt. Zeigt auf mich, und hebt den Daumen. Dann schlägt er sich leicht auf die Brust. Oh-o, hat er schmerzen? Er schaut mich ernst aber mit einem sanften Blick an. Zeigt nochmals auf seine Brust, dann auf mich. "Da, du, gut. Mercimercimerci"
Meine Pommes sind alle. Ich hinterlasse ihm gegen seinen Willen meinen IceTea, schüttle ihm die Hand und geh.
Ich komme nicht weit. "Sorry, hesch mr chli Münz". Wofür? frage ich. Etwas aus dem Migro, meint die Frau mit Rucksack und Tasche. Ok, ich komme mit und zahl dir was. Sie ist sehr höflich. Fragt was sie den nehmen dürfe. Ein paar Milchprodukte hätte sie gerne. Ok. Passt schon. Dann Fragt sie nach Salat. Nun ja... ich bin nicht Pestalozzi, denke ich und erlaube es ihr trotzdem. Ich spüre wie ihre Bescheidenheit zu bröckeln beginnt und schlage den Weg zur Kasse ein. Auf dem weg fragt sie mich, ob ich Vegetarier sei. Nein. Sie eben auch nicht so ganz, meint sie. Ich rieche den Braten, und finde meine Spende ausreichend und zahle, ohne ihr anzubieten etwas Fleisch zu holen.
Noemi bedankt sich auf ehrliche Weise, und wir gehen unserer Wege.
Noemi bedankt sich auf ehrliche Weise, und wir gehen unserer Wege.
Anscheinend gibt es sie beide. Die, die dir zum Dank einen Burger spendieren wollen, obwohl beiden klar ist, dass er höchstens einen Schritt Richtung Kasse schafft, bevor er umfallt. Dann wahrscheinlich in 30min. zur 5Meter entfernten Kasse kriechen würde, da dann bemerkt dass er total broke ist und sich dann fragt wieso er eigentlich an der Kasse ist.
Und die, denen du den kleinen Finger reichst, und sie nicht wiederstehen können zu versuchen, die ganze Hand zu greifen.
Und die, denen du den kleinen Finger reichst, und sie nicht wiederstehen können zu versuchen, die ganze Hand zu greifen.
Beim Treffpunkt ist viel Betrieb. Ein Mann jedoch steht ruhig da. Lacht mit seinem Bier in der Hand vor sich hin. Schwankt kurz ein bisschen, hebt die Hand und meint erklärend: "you are all lost". Er lächelt selbstzufrieden mit dem Wissen, dass wir unwissender sind als er. Ich lächle ihm zu. Er zurück. Halte ihn kurz davon ab in einen Pfosten zu laufen (ich lächle selbstzufrieden mit dem Wissen, dass ich im momentanen Zustand einfach besser sehe als er).
Er bedankt sich auf eine brutal coole Art und wir fahren gemeinsam Rolltreppe. Oben angelangt hebt er sein Bier zum Gruss. Bye.
Er bedankt sich auf eine brutal coole Art und wir fahren gemeinsam Rolltreppe. Oben angelangt hebt er sein Bier zum Gruss. Bye.
Wie sagt man? Betrunken spricht man oft die Wahrheit.
____________________________MARMELADENGLASMOMENTE
„Hast du Momente die du am liebsten in ein Marmenladeglas stecken möchtest?“
Mit seinem besten Freund auf dem Schulhausdach sitzen und Musik hören. Der aller erste Kuss. Das erste mal „rummachen“. Das zweite mal. Bei Sonnenschein vor dem großen Fenster stehen. „Ich will ein Foto mit diesem gutaussehenden Mann“. Die unabsichtliche Berührung. Der Auslöser. Der typische Filmmoment bevor man sich küsst, dann aber den Mut verliert. Auf einem 1-Franken-ebay-sofa sitzen, Shisha rauchen und die Sterne bewundern. Das erste mal alleine im Flugzeug sitzen. Mit einem Kater, Sonnenbrille und der Sonne im Bauch den Tag zu 2t verbringen. Erkennen das der Sänger erzählt was du nicht in Worte fassen vermagst. Teuflisch sein. Mit Steinen die einzige Vodkaflasche zerstören. Mit dem Trotinett betrunken einen Selbstunfall bauen. Begehrt werden. „Die Liste“ führen. „LIEBEN“. Betrunken erkennen wie lieb man jemanden hat. Sitzung vortäuschen und über Mädchen sprechen. 1. August zu zweit „auf“ dem Jura sitzen. Sich auf dem Heimweg lieben. Die richtigen Fragen gestellt kriegen. Spontan auf der Autobahn geschubst werden weil die passierte Ortschaft „Schüpfen“ heisst. Mit dem Mädchen vom Zug flirten ohne sie anzusprechen. Mit CJ nach Bern fahren. Ein neues Lieblingscafé in Bern entdecken. Fuerteventura leben. Mit fremden Menschen Nackt im Meer baden bis die Sonne aufgeht. Sich kurz in das Mädchen hinter der Kasse verlieben. Unter Sternenhimmel am Meer geküsst werden. Den Duft des Haares ein letztes mal bewusst einatmen. Für jemanden die Erinnerung an Leichtigkeit sein. Über Skype zusammen einschlafen. Seine Mutter in den Arm nehmen. Erfahren, dass der Person bewusst ist, wie die Umarmung gemeint ist. Nachts zusammen lustige Videos schauen und vor Lachen weinen. Jemanden von Herzen bewundern. In La Pared das erste Mal in den Wellen schwimmen. Um Mitternacht unter klarem Sternenhimmel auf dem Balkon aktiv sein. Danach in der Kühle der Nacht sitzen. Einfach so, ein Kompliment kriegen. Feststellen, dass die Person alles richtig macht. Den perfekten Frühling erleben. Samstag im Büro „Arbeiten“. Erfahren dass man nicht der einzige ist der teuflisch war. Sich verlieben. Nach dem Spiel verschwitzt den Helm auf „cool“ setzen und in Richtung Tribüne gleiten. Von den Kleinen abbgeklatscht und bejubelt werden. Sich als Vorbild fühlen. Adrenalin. Road Trip nach St. Marie de la mer. An einem Schirm durch die Luft fliegen. Im Sonnenuntergang durch Norwegen kiten. Tulum sehen. Seine Freundin mit Herzen als schönste bezeichnen können. 160.- für etwas ausgeben, dass sein Herz berührt. „du kochst wie ein junger Gott“. Bemerken wie sich jemand öffnet. Schuhe kaufen. Das perfekte Foto von sich ansehen. Sich gutaussehend fühlen. Eine Nacht wie im Film Love and other Drugs erleben. Auf der Veranda in der Sonne sitzen und Shisha rauchen. An der Emme sein. Sich verstanden fühlen. Mit deinem besten Freund in Flums nach dem Boarden im Liegestuhl sitzen und ein Bier schlürfen. Mit jemandem den 32sten Geburtstag exzessiv Feiern. Mit einem Fremden ernsthafte Gespräche führen. Einen Sommerlang Freunde finden, die man nie wieder sehen wird. Sprechen wie ein Österreicher um sich von Deutschen abzugrenzen. An einem Abend alles richtig machen. Barfuss am Strand feiern. Betrunken im El Divino tanzen. Für eine Weile die Person sein die man gerne wäre. Jemanden mit dem Herzen ansehen. In den Armen einer wichtigen Person weinen. Dank einer Person Komplexe und Ängste für ein kurze Zeit überwinden und vergessen. Nach einer langen Nacht die Sonnenstrahlen auf der Haut spüren. Eine Fusskarte erhalten. Eine Habana-Verpackung als Sparschwein benutzen. Bemerken, dass es Sinnlos ist, zu versuchen sein Bett frei von Sand zu halten. Nach drei Monaten wissen, dass man nur einmal Schuhe getragen hat. Am Strand von Tulum Liegen. Hornhaut an den Füssen haben. Barfuss in Jeans und T-Shirt durch den Palmenwald nach Hause laufen. Fremde Menschen vom Flughafen abholen. Im Frühling bei Sonnenschein mit dem Panzer über einen kleinen Pass Fahren. Sich in Militärkleidern, auf dem Rasen liegend eine Glace verputzen und UNO spielen. Sonntags eine gute Geschichte auf Lager haben. BongBu genannt werden. Im Bett Liegen und sich wünschen man könnte jedes Detail einprägen. Den Rücken zerkatzt bekommen. Etwas schaffen dass keiner zuvor konnte. Ins Feuer Starren. Am morgen ins Wasser springen. Schwimmen. Seinen ersten Kampf gewinnen. Sich dafür bejubeln lassen. Sonntag Morgen im Bett Extremely Loud & Incredibly Close anschauen. New York nicht lieben. Wissen das man bei der Sache keine Schuld trägt. In der Nacht im Bett überrascht werden.........
„ja, ich denke ich habe 2 Marmeladenglasmomente“
Wieso konnte ich mich nur an 2 erinnern. Klar, diese waren in dem Bruchteil der Sekunde von grösster Bedeutung. Aber sollte man nicht auch die kleinen, goldenen Momente ins Glas stecken. Schliesslich kann man nicht wissen in welchem Zusammenhang sie in nach 2 Jahren stehen.
Ich möchte mich ins Glas schmeissen, den Deckel verschliessen und nur noch in diesen Momenten leben. Ich hoffe jedoch, eines Tages die Kraft zu haben, das Nest zu verlassen, mich in die Welt zu stürzen und das Glas zum überquellen zu bringen.

